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Praktikumsbericht

2008 Mai 7

New Media Art in Hong Kong – Ein Praktikumsbericht

von Marco Sparmberg (12. Januar 2007)

Es ist laut und hektisch. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei knapp unter 90 Prozent, und auf den Straßen schieben sich Blechlawinen von Autos an Menschenmassen vorbei. »Welcome to Hongkong!«

Nach meiner Ankunft hatte ich zwei Tage Zeit, mich an die Stadt zu gewöhnen, bevor es mit dem Praktikum losging. Ich hatte mir eine für Hongkonger Verhältnisse äußerst preisgünstige kleine Wohnung gemietet, die mitten im berühmt berüchtigten Stadtteil Mongkok liegt. Mongkok gilt als dichtbesiedelstes Gebiet der Welt und soll auch DAS Triadenzentrum der Südchinesischen Metropole sein. Ein zweifelhafter Ruf, der jedoch regelmäßig von der Filmindustrie gefördert wird…

Am dritten Tag begann nun mein Praktikum bei VIDEOTAGE. VIDEOTAGE ist ein Verein, der seit 21 Jahren in Hongkong Medienkünstler fördert und Medienprojekte aller Art organisiert und veranstaltet. Weiterhin unterhält VIDEOTAGE ein riesiges Netzwerk an ost- und südostsiatischen Künstlern und ist seit einiger Zeit nicht nur Medien-Supporter, sondern auch Distributor für Medienkunst. Im Mitarbeiterstab von VIDEOTAGE gibt es eine absolute Besonderheit: Der »Project Coordinator« ist ein Deutscher. Er heißt Sebastian Seidel und hat vor einigen Jahren sein Studium zum Mediengestalter an der Bauhaus-Universität Weimar beendet. Eines meiner ersten Projekte war, einen Imageclip über VIDEOTAGE selbst zu drehen. Dabei lernte ich die Arbeitsweise und die komplexe Struktur des Vereins bestens kennen. Weitere Tätigkeiten meines Praktikums waren die Betreuung verschiedener Künstler sowie deren Internetseiten, das Designen von Aushangbannern und die Mitorganisation eines Musikevents.

Als besonderes Highlight empfand ich immer den gemeinsamen »Lunch« mit den Kollegen. Jeden Tag wurde ein anderes kleines Lokal in der näheren Umgebung ausgewählt. Mal Kantonesisch, Koreanisch, Taiwanesisch, Indisch oder »nur normal« Chinesisch. Gutes, abwechslungsreiches und vor allem gemeinsames Essen ist das Wichtigste in Hongkong.

Es lassen sich aber noch mehr Deutsche in Hongkong finden. Zum Beispiel besuchte ich Peter Benz an seinem neuen Arbeitsplatz. Peter Benz war bis Mitte letzten Jahres künstlerischer Mitarbeiter der Professur Medien-Ereignisse an der Fakultät Medien und ist nun Assistenzprofessor für »Exhibit Design« an der neu gegründeten »Academy of Visual Arts« der Hongkong Baptist University. Abschließend kann ich sagen, Hongkong ist einer der interessantesten und spannendsten Praktikumsorte auf der Welt. Und jeder, der zukünftig in Asien arbeiten oder studieren will, sollte in Hongkong beginnen.

-gekürzte Fassung, geschrieben für „der bogen“, Journal der Bauhaus-Universität Weimar-

[Fotoalbum vom Praktikum: http://www.flickr.com/photos/medienmarco/sets/72157594460576705/]

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